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Warnstreik

Sana Klinik Lichtenberg

Warnstreik

Frau mit ver.di-Weste befestigt Plakat "Warnstreik" C. v. Polentz Warnstreik in Sana-Klinik Lichtenberg


Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ruft die Beschäftigten der Sana-Klinik Lichtenberg vom morgigen Dienstag, dem 08. November 2022 mit Beginn der Frühschicht bis zum Donnerstag, dem 10. November 2022 zum Ende der Spätschicht zum Warnstreik auf. „Es geht auf den nächsten Corona-Winter zu, die Lage in den Krankenhäusern ist weiterhin extrem angespannt. Statt seine Beschäftigten in dieser Situation mit einem verhandlungsfähigen Tarifangebot zu motivieren, stößt der Sana-Konzern sie vor den Kopf“, erklärt die zuständige ver.di-Sekretärin Janine Balder. Bis Ende 2023 soll es keine dauerhafte Lohnerhöhung geben – eine Provokation, auf die die Beschäftigten mit Warnstreiks und Protesten die richtige Antwort gäben.

Die Entgelttabellen der rund 10.000 Beschäftigten im Sana-Konzerntarifvertrag, der auch im Klinikum Lichtenberg gilt, sollen laut bisherigem Arbeitgeberangebot erst 2024 erhöht werden. Und auch dann nur um 100 Euro plus insgesamt vier Prozent. Für 2022 und 2023 bietet das Unternehmen lediglich Einmalzahlungen an. „Die Preise steigen massiv – und zwar dauerhaft. Deshalb brauchen wir eine angemessene, dauerhaft wirkende Lohnerhöhung. Die Beschäftigten der Krankenhäuser erbringen jeden Tag Höchstleistungen, um die Gesundheitsversorgung unter schwierigen Bedingungen zu sichern. Und dafür soll es jetzt drastische Reallohnkürzungen geben? Dagegen wehren wir uns!“, betont Iris Pohl, Betriebsratsvorsitzende.

Die Verhandlungen zum Sana-Konzerntarifvertrag werden am 10. November in München fortgesetzt. Auch vom Sana Klinikum Lichtenberg werden Streikende zum Verhandlungsort reisen. Mit Einschränkungen des Klinikbetriebs ist zu rechnen.

Eine Notdienstvereinbarung wurde mit dem Arbeitgeber unterzeichnet, doch leider kommt dieser seinen Verpflichtungen aus dieser nicht nach. Statt geplante Operationen zu verschieben und damit die durch den Notdienst gewährleisteten Kapazitäten für dringend Notfälle freizuhalten, wird bis heute (Montag, 7.11.) das volle OP-Programm gefahren. Auf Stationen, die aufgrund der hohen Streikbereitschaft während des Streiks geschlossen werden müssen, werden weiterhin Patient/inn/en aufgenommen, anstatt diese Stationen schrittweise zu leeren. Die Geschäftsführung setzt Beschäftigte massiv unter Druck. Das passt zu dem vorgelegten schlechten Angebot, aber nicht zu einem wertschätzenden Umgang mit den Krankenhausbeschäftigten. Zur Wertschätzung gehört auch Respekt für das Streikrecht der Krankenhausbeschäftigen. Die Notversorgung wird seitens ver.di in jedem Fall sichergestellt.

Hinweis: Am Dienstag, dem 8. November 2022 versammeln sich um 10 Uhr die Streikenden am Südlichen Klinikgelände (Hubertusstraße 47) zu einer Streikkundgebung und Demonstration über die Frankfurter Allee. Vertreterinnen und Vertreter der Medien sind herzlich eingeladen. Die Aktion eignet sich zur Bildberichterstattung. Interviews mit Klinikbeschäftigten können vor Ort vermittelt werden.